„Litzelstetten – Ein lebendiges Dorf am Bodensee im Wandel“

Der Ortschaftsrat hat sich in seiner März-Sitzung dem Titel für den Ausschreibungstext zum Architektenwettbewerb über die Überplanung des Areals Litzelstetten-Mitte an der Martin-Schleyer-Straße gewidmet, der im April dem Gremium zur Abstimmung vorgelegt wird. Die Überschrift soll einerseits für die Architekten als herausfordernde und zum Nachdenken anregende Leitlinie, aber darüber hinaus auch längerfristig zur Nachprüfung des Erreichten und als identitätsstiftende Aussage für die Litzelstetter gedacht sein.

 Deshalb nahmen sich die Ortschaftsräte auch viel Zeit, verschiedene Vorschläge zu diskutieren. Jochen Friedrichs vom Amt für Stadtplanung und Umwelt, der neben Renate Gauß als Planer der Stadt unter anderem in der Lenkungs- und Spurgruppe zur Bürgerbeteiligung bei diesem Bauvorhaben vertreten ist, hatte bereits einen Vorschlag mitgebracht: „Litzelstetten, ein zeitgenössisches Dorf“. Ihm ging es dabei darum, das im Bürgerworkshop angesprochene Bedürfnis nach Beibehaltung des Dorflebens mit der Weiterentwicklung Litzelstettens, die sich besonders seit den 70er-Jahren offenbart hat, zu kombinieren und indirekt die Frage zu stellen: Wie sieht ein Dorf heute aus?

 Auch aus der Bürgerschaft gab es vorab Anregungen. So hatten sich beispielsweise Herr Benesch und Herr Flick mit Ideen eingebracht. Auch Ortsvorsteher Heribert Baumann und weitere Ortschaftsräte formulierten noch während der Sitzung ihre Ansätze, sodass insgesamt zwischen bis zu sieben Alternativen entschieden werden konnte. Unter anderem waren hierbei folgende Titel zur Abstimmung gestanden:

 „Litzelstetten, ein liebenswerter Ort mit Aussichten“

„Litzelstetten, das erholsame Dorf oberhalb der Mainau“

„Litzelstetten – das rege, lebendige Dorf über dem See“

 Ortschaftsrat Dr. Klaus Froböse brachte die Anregung „Litzelstetten, ein urbanes Dorf ein“, Ortschaftsrat Martin Romer „Litzelstetten – ein Ort im Wandel der Zeit“. In der ersten Runde sprach man sich mehrheitlich dafür aus, Litzelstetten das Prädikat „Dorf“ zuzuweisen. Die Debatte dazu hatte unterschiedliche Perspektiven eingebracht. So sprach Ortschaftsrat Klaus Romer davon, dass für ihn die Begrifflichkeit des „Dorfes“ eine rückwärtsgewandte Bedeutung habe. Auch Ortschaftsrätin Brigitte Fuchs bevorzugte den „Ort“, denn immerhin habe Litzelstetten eine gewachsene Infrastruktur, sei größer geworden und habe im Vergleich zu Dingelsdorf ein Stück weit seinen ländlichen Charakter eingebüßt. Für Ortschaftsrat Markus Riedle hatte dagegen das „Dorf“ als Bezeichnung mehr Charme. Hier schloss sich Ortsvorsteher Heribert Baumann an, der „Ort“ als zu neutral wertete. Für Reinhard Honsel war das „Dorf“ auch deshalb Favorit, weil es „Heimeligkeit“ ausdrücke. Alt-Ortschaftsrätin Dr. Helga Jauss-Meyer verwies in der Publikumsdiskussion darauf, dass das Thema bereits bei Erstellung der Ortschronik debattiert wurde. Sie sprach sich für „Ort“ aus: „Wir belügen uns, wenn wir uns mit 4000 Einwohnern noch als ‚Dorf‘ bezeichnen“.

Einig war sich der Ortschaftsrat schlussendlich, dass die Dynamik zum Ausdruck kommen müsse, die Lebendigkeit, mit der sich Litzelstetten in der Vergangenheit und zukünftig durch sein vielfaches Engagement und seine Veränderungen wandele. Der Bezug zum Bodensee schien darüber hinaus ein Kriterium, das im Ortschaftsrat auf Zustimmung stieß – immerhin zeichnete sich auch bei den Bürgern eine Identitätsbindung an den See ab, die außenwirkend prägend sei. Da der Titel insbesondere auch für die Architekten ein Anreiz sein solle, wie Jochen Friedrichs ausführte, um sich mit Litzelstetten auseinanderzusetzen, brachte man die genannten Anforderungen letztlich in die abschließende Titelformulierung

„Litzelstetten – Ein lebendiges  Dorf am Bodensee im Wandel“, für die das Gremium mehrheitlich stimmte.

Für die Spurgruppe Litzelstetten: Dennis Riehle

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