Ortschaftsrat stimmt Beschlusstext zum Architektenwettbewerb zu

Nachdem bereits ein Arbeitstitel für das Projekt Litzelstetten-Mitte gefunden wurde („Litzelstetten – ein lebendiges Dorf am See im Wandel“), erläuterte Jochen Friedrichs vom Amt für Stadtplanung und Umwelt in der April-Sitzung des Ortschaftsrates den Beschlusstext über die Durchführung des Architektenwettbewerbs, der dem Technischen und Umwelt-Ausschuss der Stadt zur Abstimmung vorgelegt wird. Friedrichs zeigte nochmals auf, wie sich das Vorgehen um das Areal an der Martin-Schleyer-Straße entwickelt hatte: Vom einstigen Vorschlag des Litzelstetter Unternehmer- und Gastgeberkreises (LUGa) für deinen Dorfplatz über den Studentenworkshop, der mehrere „Mitten“ im Ort erkannte, den Beschluss über die Durchführung eines Wettbewerbs im Gemeinderat, den Kauf des Geländes durch die WOBAK und schließlich die umfassende Bürgerbeteiligung, mit deren Hilfe viele der Anliegen aus der Einwohnerschaft berücksichtigt werden konnten. Der vollständige Auslobungstext für den Wettbewerb der Architekten mit allen detaillierten Anforderungen könne allerdings erst veröffentlicht werden, wenn die Ausschreibung auch publiziert sei. Dennoch umrahmte der vorliegende Beschluss, den der Ortschaftsrat als beratendes und empfehlendes Gremium an den städtischen Ausschuss mit einer Mehrheit der Stimmen weitergab, die Ziele und das weitere Vorgehen.

 In einem zweistufigen Wettbewerb, der interdisziplinär zwischen Architekten und Landschaftsarchitekten stattfindet und EU-weit ausgeschrieben wird, werden zunächst grobe Vorstellungen eingeholt. Diese erste Phase erfordert Einreichungen von Vorschlägen im Maßstab 1:500. Aus diesen zu erwartenden 30 – 35 Eingaben von Architekten wird die Preisjury, der auch Mitglieder der Fraktionen des Ortschaftsrates, der Ortsvorsteher sowie als Gäste Mitglieder der Spurgruppe für Bürgerbeteiligung angehören werden, diejenigen für die zweite Stufe auswählen, auf der dann konkrete Grundrisse angefertigt werden müssen und das Augenmerk auf einen Maßstab von 1:200 präzisiert wird. Im gesamten Verfahren spielt der Realisierungsteil, der das konkrete Vorhaben auf dem benannten Areal berücksichtigt, ebenso eine Rolle wie der Gesamtzusammenhang. Dieser Ideenteil, der das Umfeld vom katholischen Gemeindehaus bis zum „Milchhäusle“  als planerische Gedankenanregung umfasst, bildet den Willen ab, wonach sich die neue Dorfmitte in das Ortsbild einrahmen soll. Für die Gesamtbetrachtung wird aber auch die gesamte Hauptstraße dienen, um über das eigentliche Projekt hinaus auch langfristig einen Leitfaden erarbeiten zu können, wie künftige Dorfentwicklung anhand der neu geschaffenen Fläche aussehen kann.

 Das formelle Verfahren des Wettbewerbs soll mit der ersten Phase möglichst noch vor der Sommerpause abgeschlossen sein. Die Jury wird sich wohl zu vier Terminen treffen, bis die endgültige Entscheidung über den Sieger getroffen wurde. Ihr gehören neben den genannten Vertretern aus dem Ort auch städtische Experten und Fachpersonen von außerhalb an. Die Zusammensetzung ist entsprechend der Vorgaben geregelt. Man erhoffe sich für den Wettbewerb auch ganz bewusst die Teilnahme von ortsnahen und jüngeren Architekten, um eine breite Ideenvielfalt zu bekommen, so Friedrichs. Zu den Anforderungen an das spätere Wohnobjekt hat die WOBAK sich geäußert: Sie sieht 2 – 4-Zimmer-Wohnungen vor, es wird wohl eine mietpreisgebundene Nutzung geben – abhängig davon, wie viel Landeswohnbauförderung hinzu fließt und eine Vergabe der Wohnungen an soziale Berechtigte vorsieht. Die Wohnungen sollen gemischt bewohnt werden, von unterschiedlichen Altersklassen über Einzelpersonen bis zu Familien, Studenten, Behinderten oder Älteren. Das dezentrale Pflegekonzept der Stadt sieht auch vor, sechs bis acht Pflegebetten unterzubringen. Im Erdgeschoss ist zunächst gewerbliche Nutzung angedacht, ein Gemeinschaftsraum sowie eine öffentliche Toilette sind vorgesehen. Entsprechend der baurechtlichen Notwendigkeit wird Parkraum, wohl in einer Tiefgarage, für die Bewohner zur Verfügung gestellt.

 Ortschaftsrat Markus Riedle betonte in der Diskussion, er sei zufrieden mit dem vorgelegten Beschlusstext, dem er zustimmen könne. Er habe keine Einzelheiten erwartet, weil den Architekten entsprechende Freiheit bei ihrer Arbeit gelassen werden soll. Dieser Sichtweise schloss sich Ortschaftsrätin Brigitte Fuchs an, während Ortschaftsrätin Irene Mohn den Auslobungstext gern bereits vorab gesehen hätte, auf den noch hätte Einfluss genommen werden können. Bei zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme wurde die vorgeschlagene Beschlussempfehlung für den Technischen und Umweltausschuss der Stadt gebilligt, der am 18.04.2013 darüber befand.

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