Spurgruppe lotet Wege für Bürgerbeteiligung in Litzelstetten-Mitte aus

Spurgruppe Litzelstetten

Bild: C. Krukenmeyer / translake GmbH
v.l.n.r.: Regina Armbruster, Wolfgang Himmel (Moderator), Regina Wesner, Bernfried Treude, Brigitte Wind,Jochen Friedrichs (ASU), Wolfgang Flick, Renate Gauss (ASU), Katja Romer, Dennis Riehle

Mit ersten Sitzungen in der Litzelstetter Ortsverwaltung hat sich ein eingesetztes Gremium zur Auslotung von Wegen der Bürgerbeteiligung im Rahmen einer Weiterentwicklung der Dorfmitte an  der Martin-Schleyer-Straße mitsamt dem frei werdenden Areal und den angrenzenden Gebieten in Kornblumen-, Komturweg u.a. getroffen. Die sogenannte „Spurgruppe“ ist von einem Lenkungsteam aus Ortsvorsteher Heribert Baumann, Baubürgermeister Kurt Werner und einem Vertreter der WOBAK beauftragt, den Dialogprozess mit den Litzelstetter Einwohnern zu fördern.

Die acht Bürgerinnen und Bürger, die in der Spurgruppe mitwirken, wurden vom Ortschaftsrat anhand verschiedener Auswahlkriterien ausgesucht, um einen möglichst breiten Querschnitt der Bevölkerung wiederzugeben. „Es grenzte nahezu ans Würfeln“, sagte Ortsvorsteher Baumann zur Bestimmung der Gruppenmitglieder, als er diese im Rathaus begrüßte und ihnen für ihre Bereitschaft zum Engagement dankte. „Bürgerbeteiligung finde ich außerordentlich gut“, sagte Baumann und übergab an den moderierenden Begleiter des Beteiligungsprozesses: Wolfgang Himmel von der „translake GmbH“, der schon zahlreiche andere Entwicklungsvorhaben auf diese Weise unterstützte, wird fachlich ergänzt von den Mitarbeitern Renate Gauss und Jochen Friedrichs vom Amt für Stadtplanung und Umwelt (ASU). Sie alle helfen der Spurgruppe in der Aufgabenstellung, bis etwa Februar 2012 zusammen mit der Bevölkerung zu Vorgaben zu kommen, die in den Auslobungstext für einen anschließenden Architektenwettbewerb einfließen.

„Sie sollen nicht gehorchen, nicht spuren in diesem Sinne“, stellte Himmel fest. „Viel eher sind sie die mutigen Vorläufer im frischen Schnee, um den anderen Bürgern die Fährte vorzugeben“. Dass die Bürgerbeteiligung auf diese Art und Weise möglich wird, ist dem Erhalt von Fördergeldern aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung zuzurechnen, mit welchen in Konstanz unter anderem auch ein größeres Projekt zu Solarenergie und nachhaltigem Lebensstil in Gang gebracht werden soll.

In einer ersten Bestandsaufnahme erläuterte die Spurgruppe um Regina Armbruster, Wolfgang Flick, Josef Hirt, Dennis Riehle, Katja Romer, Bernfried Treue, Regina Wesner und Brigitte Wind das Plangebiet, aber auch eine mögliche weitere Ideenentwicklung, das Umfeld von Litzelstetten-Mitte in eine Gesamtverwirklichung einzubeziehen. Renate Gauss und Jochen Friedrichs klärten die Mitglieder zudem auch über den aktuellen Stand der internen Überlegungen auf. Hierbei stellte sich heraus, dass der Prozess zum derzeitigen Sachstand noch viel Offenheit für Anregungen aus der Bürgerschaft lässt. „Zwar helfen uns keine Träumereien, sondern nur Realitäten. Doch jeder Vorschlag wird von uns zunächst positiv und dankbar entgegen genommen“, so Wolfang Himmel. Auch die WOBAK habe nach Aussagen von Jochen Friedrichs zugesichert, unvoreingenommen und gespannt auf die Gedanken aus der Bevölkerung zuzugehen. „Wir werden zusammen mit den Bürgern unabhängig ein Meinungsbild erstellen und dieses durch entsprechend konkrete Formulierungen in den Architektenauftrag packen“, meinte Friedrichs.

Zwischenergebnisse- die Spurgruppe bei der Arbeit

Bild: C. Krukenmeyer / translake GmbH
Zwischenergebnisse- die Spurgruppe bei der Arbeit

„Wichtig wird es sein, dass die Ausschreibung schlussendlich klare Ziele festhalte, die andererseits aber so viel planerischen Spielraum lassen, dass ganz neuartige Dinge entstehen können“, waren sich die Mitarbeiter des ASU sicher. Als Beispiel wurde genannt, dass man sich an der Martin-Schleyer-Straße eine bessere Gehläufigkeit vorstelle. Ob deshalb aber zwingend ein breiterer Bürgersteig am Ende kommen wird, bleibe zunächst dem Gesamtkonzept überlassen. Möglich wäre auch, die Hauptstraße an dieser Stelle zu einer weit begehbaren Fläche umzugestalten. Ähnlich wird es mit anderen Anregungen geschehen. „Prinzipiell steht bislang nur fest, dass mit größter Wahrscheinlich etwas gebaut wird. Ob es letztlich ein, zwei oder mehr Häuser auf dem Grundstück sind, welche Freiflächennutzung es geben wird und wie neue Gebäude genutzt werden können, das legen die Bürger mit fest“, betonte Friedrichs.

Sorgen um einen „Betonklotz“ oder Gerüchte um ein Altenheim sind unbegründet. Zwar gebe es schon viele Visionen, entschieden werde aber mit den Bürgern zusammen. Die Stadtverwaltung hege einen Gedanken, die vom Land vorgeschriebenen Pflegeeinheiten, die künftig in Ortschaften vorgewiesen werden sollen, möglicherweise in dem neuen Areal unterzubringen. „Für Litzelstetten ist das aber eine geringe Bettenzahl – und unser Vorschlag muss auch wiederum gegenüber den Einwohnern bergründet werden“, sagten die Stadtplaner. Nach dem Architektenwettbewerb, dessen Jury auch Mitglieder der Spurgruppe angehören werden, läuft alles in einen Bebauungsplan hinaus, der dann dem Ortschaftsrat vorgelegt und im Gemeinderat zur Abstimmung steht.

Übereinstimmend stellten die Mitglieder der Spurgruppe fest, dass das, was in Litzelstetten-Mitte entstehen wird, Identifikationscharakter haben soll. „Das Alleinstellungsmerkmal Litzelstettens soll sich im wandelnden Ortskern wiederspiegeln“, fasste Wolfgang Himmel die ersten Leitlinien zusammen. Gemeinsam mit den Bürgern sollen nun die Perspektiven entwickelt werden. Hierzu hat sich die Spurgruppe mehrere Methoden zur Auswahl gestellt: Von einer Ortsbesichtigung für alle Interessierten über einen Workshop, einen „Tag der offenen Tür“ oder Informationspunkte rund um das Gelände sind viele Optionen im Raum, die nun weiter eingegrenzt werden sollen.

Am 1. Dezember 2012 wird ein erster Aktionstag für die Bevölkerung stattfinden, an dem  möglichst viele Anregungen gesammelt werden sollen. Genaueres hierzu wird die Spurgruppe in den nächsten Wochen festlegen. Die Bürger sind schon jetzt aufgerufen, ihre Ideen zu Litzelstetten-Mitte und dem Umfeld zu sammeln und untereinander darüber ins Gespräch zu kommen.

Dennis Riehle für die Spurgruppe Litzelstetten

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