Ortsmitte Litzelstetten – seit langem im Gespräch

Wolfgang Flick ist der Sprecher des Litzelstetter Unternehmer- und Gastgeberkreises (LUGa) und stellt das folgende “historische” Dokument aus dem Jahre 2010 online, welches die ersten Ideen aus Sicht des LUGa zur Ortsmitte Litzelstetten präsentiert.

 Catherin Krukenmeyer für die translake GmbH

Projektvorlage „Dorfentwicklung Litzelstetten“

1. Dorfplatz Ortsmitte

Die Grundüberlegung
Quartierszentrum/Stadtteiltreffpunkt:

Litzelstetten war bis Ende der 1960er Jahre ein kleines Straßendorf entlang der Martin-Schleyer-Straße. Es gab weniger als 100 Häuser im Ort. Einen dominierenden Dorfplatz
gab es nicht. Bürgertreffpunkte waren sicherlich die Kirche und das Gasthaus Krone.
Als 1972 der Campus der Universität Konstanz auf dem Giesberg eröffnet wurde,
erlebte Litzelstetten durch den darauf folgenden Zuzug ein rasantes Bevölkerungs-wachstum und die entsprechende bauliche Ausdehnung. Eine Dorfmitte oder ein Dorfplatz im Sinne eines Treffpunktes wurde dabei nicht bedacht.

Die drei heute etablierten Litzelstetter Feste/Märkte verteilen sich auch deshalb auf die Plätze an der Seeblickhalle/Schulhaus (Seeblickfest), am Milchhäusle mit Komturweg und Derbyweg (Dorffest) und den Parkplatz des Hotel-Restaurant Volapük (Weihnachtsmarkt).

Im Rahmen der Dorfentwicklung und des Stadtentwicklungsprogramms “Zukunft Konstanz 2020″ (STEP2020) wurden bereits aus früheren Bürgergesprächen folgende Maßnahmen in das Programm aufgenommen:

  • die Erhaltung und Aufwertung des Stadtteils entlang der Martin- Schleyer-Straße (STEP2020, S. 19) mit dem Hintergrund der Überwindung des trennenden Charakters der Straße und der Aufwertung durch ein ”Quartierszentrum” und “Stadtteiltreffpunkt” (STEP2020,S.21)
  • Verkehrsberuhigung Martin-Schleyer-Straße (STEP2020, S. 23)

Märkte/Veranstaltungen/Information&Orientierung:
Litzelstetten ist Erholungsort und touristisch erschlossen mit rund 40 Ferienwohnungen
und 2 Hotels mit etwa 55 Doppelzimmern. In der Hauptsaison übernachten ca. 200 Gäste pro Nacht im Ort. Der Wirtschaftsfaktor Tourismus in Höhe von über 1 Mio EUR pro Jahr durch Gästeausgaben in Litzelstetten nur in den vier Monaten der Hauptsaison ist von großer Bedeutung für den Ort.

Das touristische Angebot mit Veranstaltungen, Aktivitäten, Information und Orientierung in Litzelstetten hat jedoch im Vergleich zu den benachbarten Konstanzer Bodanrück-Teilorten hohen Nachholbedarf. Es fehlt ein Veranstaltungsplatz für Märkte und Feste, Vereine, Brauchtum und Veranstaltungen sowie zentrale Information/Orientierung.

Auch deshalb hat sich bisher keine Informationsstruktur entwickelt. Stattdessen
verteilen sich aus der gesamten Umgebung im ganzen Ort Aushänge, Flyer, Plakate
im Freien an Hauswänden und Zäunen und in Auslagen in fast jedem Ladengeschäft.
Das macht einen wenig organisierten und engagierten Eindruck. Dieser Zustand muss
sowohl zum Nutzen der Anbieter als auch der Interessenten verbessert werden.

Die Idee
Es gibt eine aktuelle “Jahrhundert-Chance” zur Schaffung eines Dorfplatzes in der Dorf- mitte, der gleichzeitig Initial-Projekt sein kann für eine beginnende Verwirklichung des STEP2020.

Kornblumenweg in Litzelstetten

Bild: W. Flick

 

Altes Anwesen Litzelstetten

Bild: W. Flick

Die “Jahrhundert-Chance” ist das Anwesen Ecke Martin-Schleyer-Straße 29, Ecke Kornblumenweg, gegenüber der Apotheke / Drogeriemarkt/Bäckerladen.

Es besteht aus einem Wohnhaus (oberes Bild links), einem Laden- geschäft (im Bild Mitte) und einer ehemaligen Werkstatt/Stallungen (im Bild rechts), sowie weiteren Gebäudeteilen im Hof.

Das Anwesen gibt seit einiger Zeit immer wieder Anlass zu Diskus-sionen, weil es unansehnlich ist, teilweise so baufällig ist, dass Verkehrssicherungsmaßnahmen
unternommen werden mussten, der Bürgersteig teilweise so eng ist, dass man mit einem Kinderwagen fast die Straße mitnutzen muss und als Fußgänger kaum anein- ander vorbei kommt.

Das Anwesen steht zum Verkauf und hat bisher keinen Käufer gefunden.

Das Konzept
Der Litzelstetter Unternehmer- und Gastgeberkreis (LUGa) schlägt vor, dass die Stadt das
Anwesen Martin-Schleyer-Straße 29 kauft und zur Entwicklung eines Dorfplatzes und einer Dorfmitte von Litzelstetten nutzt. Die Vorteile:

Luftbild der Dorfmitte Litzelstettens

Bild: GIS Konstanz. Projektgebiet.

  • Schaffung eines Dorfplatzes und einer Dorfmitte in der “gefühlten Dorfmitte” inkl. direkter Verbindung zum neuen Dorfpark, Boule-Platz und Dorffriedhof
  • Chance zur barrierefreien Neugestaltung der Martin-Schleyer-Straße zwischen Komturweg und Kuckucksweg, z.B. als Mobilitäts-Begegnungszone
  • der Dorfplatz verbindet und hilft den trennenden Charakter der Martin-Schleyer-Straße zu überwinden
  • Schaffung des Dorfplatzes Dorfmitte als psychologisches Identitätsobjekt
  • die Anwohner des betreuten Wohnens hätten einen barrierefreien Zugang zum Dorfplatz und anschließenden Park
  • Schaffung eines Gäste- und Bürger-freundlicher Dorfplatzes mit WC, Kiosk mit einheimischen Produkten/Souvenirs/Karten, ggf. aktive oder passive Tourist- information
  • ein Platz für Feste, Märkte, Brauchtum, Veranstaltungen, Vereinsaktivitäten, Start und Ziel verschiedenster Wettbewerbe
  • Chance zu Entschärfungen weiterer Problemzonen, z.B. Verlegung der stadteinwärts
  • gelegenen Bushaltstelle Zum Purren
  • Beseitigung der Gefährdungen und Unansehnlichkeiten durch das heutige Anwesen

Das Projekt
Idee und Konzept für den Dorfplatz Dorfmitte entstanden im Sommer 2010 in Gesprächen des Litzelstetter Unternehmer- und Gastgeberkreises (LUGa). Der LUGa will die Reali- sierung der “Jahrhundert-Chance” klären, bevor das betreffende Anwesen anderweitig ver- kauft und die Chance durch einen Umbau/Neubau vertan ist. Er setzt sich deshalb für die Planung auf der Grundlage der Ziele des STEP2020 ein:

  • die Erhaltung und Aufwertung des Stadtteils entlang der Martin-Schleyer-Straße
  • Aufwertung durch ein ”Quartierszentrum” und “Stadtteiltreffpunkt”
  • Verkehrsberuhigung Martin-Schleyer-Straße

Dabei gilt es das begrenzte Zeitfenster bis zum anderweitigen Verkauf des Anwesens zu
nutzen.

Das Projekt wurde erstmals am 14.09.2010 vom LUGa dem Ortschaftsrat Litzelstetten in seiner Sitzung vom 14.09.2010 vorgestellt. Alle Mitglieder und Fraktionen des Ortschafts- rates drückten einhellig ihre Unterstützung und Zustimmung für das Projekt aus und beauftragten den Ortsvorsteher, gemeinsam mit dem Sprecher des LUGa die Reali- sierungsmöglichkeiten mit den zuständigen Ämtern der Stadt Konstanz zu klären. Auch die in großer Anzahl zur Ortschaftsratssitzung anwesenden Bürger äußerten sich sehr positiv zu dem Projekt.

Am 16.09.2010 wurden das Projekt und das Ergebnis aus der vorausgegangenen Ortschaftsratssitzung anlässlich des 3. Litzelstetter Unternehmer- und Gastgebertreffs nochmals besprochen und sehr positiv aufgenommen.

Am 27.09.2010 befürwortete der Tourismus Konstanz-plus e.V. in seiner Vorstandssitzung das Projekt.

Ein Gespräch mit Bürgermeister Werner und Stadtplanung Fr. Hesse, Ortsvorsteher Riedle und LUGa fand am 21.10.2010 statt. Ergebnis:

  • Idee wurde positiv aufgenommen und in konkretem Dorfentwicklungsrahmen weiterdiskutiert
  • Realisierungs- und Finanzierungsideen wurden skizziert
  • weitere Vorabklärungen und Gespräche wurden initiiert

Wolfgang Flick, Sprecher der LUGa und Mitglied der Spurgruppe Litzelstetten

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