Ideenwettbewerb – Solarkonzept Konstanz

Bild: Christopher Klages; HTWG Konstanz.

Wo stehen in Konstanz ungenutzte Flächen für Photovoltaik- und Solaranlagen zur Verfügung? Diese Frage haben rund 70 Konstanzerinnen und Konstanzer beim Bürgerworkshop an der HTWG im Rahmen des Projekts ZukunftsWerkStadt zu beantworten gewusst.  Mehr als 100 Projektideen haben sie an zwei Tagen entwickelt. 20 darunter werden die Bürger nun weiter unter die Lupe nehmen und zum Abschluss des Ideenwettbewerbs am 26. Januar präsentieren. 

Ein wesentlicher Wunsch der Veranstalter des Workshops dürfte schon jetzt erreicht sein: Über Bekanntes hinaus zu denken und ungewöhnliche oder zunächst gar abwegige Ideen zuzulassen. Wieso sollte beispielsweise nicht eine Photovoltaik-Überdachung der Fahrradbrücke über den Seerhein denkbar sein? „Der Workshop war beherrscht von einer höchst begeisternden und inspirierenden Werkstattatmosphäre“, resümiert Prof. Dr. Thomas Stark, Professor für energieeffizientes Bauen an der Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG).

Bild: Christopher Klages, HTWG Konstanz.

Hier fand der Workshop statt, der gemeinsam von Stadt Konstanz, Stadtwerke Konstanz, Translake und ISC Konstanz (International Solar Energy Research Center) veranstaltet worden war. Wunsch der Veranstalter war, die Bürger für Möglichkeiten der Solarenergie zu sensibilisieren und gleichzeitig ihre Ortskenntnis zu nutzen. „Wir brauchen Eure Ideen! Gestaltet Eure Stadt mit“, war der Aufruf an die Teilnehmer.

Spitzenforschung und Bürgerwerkstatt sollten sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern befruchten. Zunächst führten die Veranstalter mit zwar sehr spezialisierten, aber lebendigen Vorträgen in das Thema ein. Dabei wurden sowohl Möglichkeiten der Technologie vorgestellt als auch die geeignete architektonische Integration erläutert.

„Viele Vorbehalte stützen sich auf die Befürchtung, dass die Technik auffallend ist und das Stadtbild stört“, hat Prof. Dr. Thomas Stark beobachtet. So waren im Workshop auch kritische Stimmen zu hören und zugelassen. Doch der Befürchtung, dass moderne Technik auf denkmalgeschützten Altstadthäusern das Bild von Konstanz beeinträchtigen wird, konnten die Veranstalter entgegenwirken. „Genau deshalb möchten wir ja die Kenntnisse der Bürger anzapfen. Sie

Bild: Christopher Klages, HTWG Konstanz.

wissen, wo zum Beispiel im Oberlohn große Flächen ungenutzt sind, die viel mehr Platz zur Energieerzeugung bieten als ein Altstadtdach“, sagt Kristian Peter, Geschäftsführer von ISC Konstanz. Und Martin Wichmann, Leiter des Amts für Stadtplanung und Umwelt der Stadt Konstanz, ist überzeugt: „Eine Solaranlage kann auch ein optischer Leckerbissen sein.“ Also saßen die Teilnehmer des Workshops konzentriert über Stadtkarten von Konstanz gebeugt, mögliche nutzbare Flächen diskutierend. Im nächsten Schritt haben sie nun die Aufgabe, für einen möglichen Investor ein Exposé zu erstellen, das neben der Standortfrage auch gestalterische, wirtschaftliche und finanzielle Aspekte darstellt.

Bild: Christopher Klages, HTWG Konstanz.

Für die Projektidee sollen auch bereits rechtliche und bauliche Rahmenbedingungen geprüft werden. Studentische Mitarbeiter des Studiengangs Architektur der HTWG unterstützen in den nächsten Wochen die jeweils drei- bis fünfköpfigen Projektgruppen bei der Analyse ihres ausgewählten Standortes und helfen ihnen, ihre Lösungen anschaulich auf Plakaten und in Fotomontagen zu präsentieren. Auch Fachleute der Stadtverwaltung, der Stadtwerke und des ISC stehen ihnen zur Seite. Bei der Diskussion möglicher Standorte sind keine Grenzen gesetzt: Die Installation einer Photovoltaikanlage ist auf öffentlichen wie privaten Gebäuden, auf Freiflächen, Fassaden und Dachflächen möglich. Die Stadtverwaltung sieht besondere Chancen in der Struktur der Stadt Konstanz, sich als eine „Solarhauptstadt“ zu behaupten:

Bild: Christopher Klages, HTWG Konstanz.

„Konstanz ist neben Freiburg die Stadt, die man in China kennt“, sagt Martin Wichmann mit Blick auf die Solarindustrie. Sein Bestreben ist es, einen „Flächenbrand“ für die Nutzung der Sonnenenergie zu initiieren, um die Energiewende als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu stemmen. Dann wäre als modernes „Stadttor“ auch eine Photovoltaikanlage über der Staader Fährauffahrt denkbar.

Bild: Christopher Klages, HTWG Konstanz.

Nach der Präsentation der Ideen vor einer Jury aus Vertretern der Photovoltaikbranche, der Hochschule Konstanz, aus Bürgern, Stadtverwaltung und Stadtwerke Konstanz soll im besten Fall einer der Entwürfe tatsächlich realisiert werden.

 

 

Bild: Christopher Klages, HTWG Konstanz.

 

 

Weitere Informationen:
Koordiniert wird das Projekt von Nadine Nieveler, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fakultät Architektur und Gestaltung der HTWG. Sie ist erreichbar unter der Telefonnummer 07531/206-767 bzw. per E-Mail: nadine.nieveler@htwg-konstanz.de

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