Schlemmen für einen guten Zweck

Bild: Presseamt Konstanz

Bild: Presseamt Konstanz

Einmal im Jahr lädt die studentische Initiative „Studieren ohne Grenzen” zur Aktion „Schlemmen ohne Grenzen” ein. Wohngemeinschaften konnten dieses Mal mit Experten für Nachhaltigkeit beim Abendessen diskutieren.

Lebensmittel wegwerfen? Das kommt bei den Studierenden, die bei „Schlemmen ohne Grenzen“ über nachhaltige Ernährung diskutierten, kaum vor.

Der Verein „Studieren ohne Grenzen” unterstützt junge Menschen aus dem Kongo, Afghanistan und Tschetschenien mit Studienstipendien. Die Stipendiaten sollen durch ihre Qualifikation zum  Wiederaufbau ihrer Region beitragen. Dafür organisiert der Verein mehrere Fundraising-Aktionen. Eine davon ist „Schlemmen ohne Grenzen”. Gegen eine Teilnahmegebühr treffen sich einander unbekannte Wohngemeinschaften zum gemeinsamen Essen und anschließendem Feiern. Dieses Jahr machten 174 Teilnehmer in 49 Teams mit. Das Besondere: „Schlemmen ohne Grenzen” war Teil des Projekts ZukunftsWerkStadt Konstanz und stand unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Neben der Verlosung von Reichenauer Gemüsekisten konnten fünf WGs Experten für Nachhaltigkeit einladen und mit ihnen diskutieren. Der BUND Konstanz stellte an dieser Stelle Experten der Naturpädagogik zu Verfügung. Weiterhin waren die folgenden Experten und Expertinnen in den WGs anwesend: Judith Wehr von greentours, Reiner Hofer (Energieberater der Stadtwerke Konstanz) und Petra Schoele (Nachhaltigkeitsreferentin der Universität Konstanz).

Weniger Lebensmittel in den Müll

„Wie viele Kilo Lebensmittel werden pro Jahr und Kopf weggeworfen?” Die Frage von Elisabeth Auer bringt die Studierenden ins Grübeln. Was isst man am Tag, was wandert davon in den Müll? Das haben sich die acht StudentInnen und Studenten bisher noch nie gefragt. „82 Kilogramm sind es”, erklärt Elisabeth Auer, die beim Landratsamt Konstanz, Amt für Landwirtschaft, die Koordinatorin für die Bereiche „Bewusste Kinderernährung – Beki; Blickpunkt Ernährung und Komm in Form” ist. Sie ist eine der fünf Experten für Nachhaltigkeit, die die Wohngemeinschaften besuchen. Ihr Thema lautet “Weniger Lebensmittel in den Müll – Nachhaltige Ernährung”.

Regionales bevorzugen

Elisabeth Auer erklärt, warum Lebensmittel in den Müll wandern. 26 Prozent verderben durch falsche Lagerung, 20 Prozent sind übrig, da zu viel gekocht oder eingekauft wurde, bei 14 Prozent ist das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen und 20 Prozent werden nicht gegessen, da man keine Lust mehr darauf hat. Zahlen, die typisch für eine Wohlstandsgesellschaft sind. Diese Gründe betreffen die anwesenden Studierenden eher weniger. „Gemüse und Obst sind so teuer, dass ich nur immer wenig kaufe”, wirft Juliane Hoss ein, die mit ihrer WG Gastgeberin für das Abendessen ist. Der schmale Geldbeutel lässt keine Verschwendung zu. Einkaufen im Bio-Laden? Eher selten. Apropos Bio: Ist Bio wirklich so viel besser als konventionelle Lebensmittel wollen die Studierenden wissen. „Regionale Produkte sind fast so gut und sie müssen nicht soweit transportiert werden”, sagt Elisabeth Auer.

Nachhaltigkeit muss Lifestyle werden

Während die Bruschette mit Pesto und Tomaten, der Feldsalat und die Auberginen mit Schafskäse mit Genuss gegessen werden, wandert die Diskussion Richtung Verbraucher. „Der Bürger hat Verantwortung, aber gleichzeitig gibt es viele unsinnige Richtlinien. Vieles Essbare wird weg geworfen nur weil es die Hygienevorschriften so vorschreiben “, sagt Juliane Hoss. Dass Lebensmittel im Vergleich zu anderen europäischen Ländern in Deutschland zu wenig geschätzt würden, sehen die Studierenden als Hauptursache für das Wegwerfen von Lebensmitteln an. „Lebensmittel sind viel zu billig”. Klar ist aber auch, dass sich die Interessen der Wirtschaft, der Industrie, des Handels, der Erzeuger und Verbraucher nur schwer unter einen Hut bringen lassen. „Seitdem Bio Trend geworden ist, ist es auch cool. Nachhaltigkeit muss ein Lifestyle werden”, betont Juliane Hoss. Essen ist eine so persönliche Sache, dass Verhaltensänderungen nur schwer in Gang kommen. „Studieren ohne Grenzen” hat jedenfalls schon einen Anfang gemacht. Seit einem Jahr konsumieren die Teilnehmer nachhaltige und Fairtrade-Produkte auf ihren Treffen.

Text: Presseamt der Stadt Konstanz

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


neun × = 63

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>