Neue Lernideen für Nachhaltigkeit

Angela Klein stellte das Projekt Streuobstsortengarten in Möggingen vor

Angela Klein stellte das Projekt Streuobstsortengarten in Möggingen vor

Wie hängen Nachhaltigkeit und Ernährung zusammen? Dieser Frage ging der Kurs für ErzieherInnen, LehrerInnen und Mitgliedern von Naturschutzverbänden auf den Grund.

Rund 20 ErzieherInnen, LehrerInnen und Mitglieder von Naturschutzverbänden haben sich am Wochenende im Kurs „Best practice Beispiele für nachhaltige Entwicklung” mit dem Thema Ernährung auseinander gesetzt. Es war der dritte Teil eines Kurses über Nachhaltigkeit, den Sabine Schmidt-Halewicz und Frouzan Nasab von der Naturschule Konstanz konzipiert hatten und der zusammen mit der Stadt Konstanz als Teil des Projekts „ZukunftsWerkStadt” angeboten wurde. Bereits stattgefundene Module drehten sich um „Energie” und „Regionale und Faire Wirtschaft”. „Wir wollen damit den Kursteilnehmern das Handwerkszeug mitgeben, wie sie in den Kindergärten und Schulen das Thema Nachhaltigkeit unterrichten können”, erklärt Sabine Schmidt-Halewicz. Dadurch sollen Kinder und Schüler mit neuen Ideen motiviert werden, sich mit nachhaltiger Ernährung zu beschäftigen.

Bio-Lebensmittel, Ökonomie und Gesundheit  

Fundament des Naturschule-Kurses ist die Verbindung von Theorie und Praxis. Im ersten Teil gab es Vorträge, die den Begriff „Bio” beleuchteten, die Folgen falscher Ernährung und ihre gesundheitlichen Auswirkungen vorstellten, und das „Greenwashing” von Firmen, die sich nur ein „grünes Feigenblatt” umhängen, aber nicht nachhaltig handeln,  kritisch hinterfragten.

Praxisbeispiele aus der Region

Im zweiten Teil fanden Exkursionen zum Haettelihof Konstanz und zum Gebhardshof Wallhausen statt, die als Lernort Bauernhof mit ihren Projekten vorgestellt wurden. Welche Möglichkeiten es gibt, das Thema nachhaltige Ernährung in den Schulen und Kindergärten zu platzieren, zeigten  sieben spannende Projekte aus der Region.

Woher kommen die Lebensmittel?

Im Astoriasaal der vhs informierte Thomas Schumacher vom Haettelihof über seine naturbelassene Herstellung von Apfelsaft. Angela Klein, Naturpädagogin aus Radolfzell und Mitglied der Naturschule Konstanz, stellte das Projekt Streuobstsortengarten in Möggingen vor. Streuobstwiesen sichern einen großen Genpool an Sorten, Außerdem erhalten sie die heimische Kulturlandschaft. Je nach Jahreszeit erleben Schulklassen dort verschiedene Tiere und Pflanzen und gewinnen damit einen Einblick in den Naturzyklus. Er ist ein „lebendiger Lernort”.

Sabine Schmidt-Halewicz (links) und Frouzan Nasab von der Naturschule Konstanz vermitteln nachhaltiges Ernährungswissen

Sabine Schmidt-Halewicz (links) und Frouzan Nasab von der Naturschule Konstanz vermitteln nachhaltiges Ernährungswissen

In Konstanz und Umgebung vermittelt der BUND Wissen über Streuobstwiesen, die in Allmannsdorf und Staad auf der Allmannsdorfer Höhe, der Jungerhalde und im Hockgraben gepflegt werden. „Die Streuobsttechnik ist ein fantastisches Beispiel für Wirtschaften im Einklang mit der Natur”, sagte Dieter Brdiczka vom BUND Konstanz. Der BUND bietet Nachmittage für Familien mit Kindern an und arbeitet mit den Grundschulen in der Nähe der Obstwiesen zusammen. Von den Lehrern werden Schwerpunkte in der Vermittlung des Naturwissens passend zum Lehrplan ausgewählt. Außerdem werden Kindergärten besucht, die Hochstammbäume besitzen. Dort werden dann Geschichten über kleine Bäume erzählt, gespielt und  gemeinsam Bäume geschnitten und Saft gepresst.

Bienen tragen in erheblichem Maße zum Erhalt von Wild- und Kulturpflanzen und zu deren Erträgen bei. „Sie bestäuben 80 Prozent unserer Blütenpflanzen”, sagte Denise Scharrer vom Imkerverein Konstanz. Die Biologielehrerin bietet im Haidelmoos Kurse über das Leben der Honigbiene an, inklusive Honigschleudern und den Besuch von Bienenstöcken. Die Kurse richten sich an Kinder, Schüler und Erwachsene.

Bewusster Umgang mit Lebensmitteln 

Über nachhaltiges Kochen und Backen referierte Martina Kohrs. Die ganzheitliche Ernährungsberaterin bietet individuell gestaltete Koch- und Backkurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Martina Kohrs legt viel Wert auf Praxisarbeit. Mit Kindergartenkindern und Schülern erntet sie zum Beispiel im Tägermoos Gemüse und lässt die Kinder selber schnippeln und raspeln.

Birgit Eschenlohr vom BUND stellte „McMöhre” vor, ein Schülerfirmen-Projekt von BUND und BUNDjugend. McMöhre steht für ein gesundes und nachhaltiges Pausenvesper, das frisch, lecker und vor allem regional und bio sein soll. Zielgruppe sind vor allem Schülerinnen und Schüler der 7. bis 10. Klassen der Haupt- und Realschulen. Die Schüler gründen eine Firma mit den Abteilungen Ein- und Verkauf, Produktion, Marketing, Kaufmännischer Abteilung und einem Geschäftsführer und organisieren den Pausenladen in eigener Regie. Im Zusammenspiel lernen sie wirtschaftliche Zusammenhänge und den schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen kennen.

Die Landesinitiative Bewusste Kinderernährung – Beki – des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg präsentierte die BeKi-Fachfrau Silvia Weiß. Sie konzipiert zusammen mit Lehrern Unterrichtsprojekte zu Ernährungsthemen und führt Lehrerfortbildungen durch. „Wir wollen Ernährungswissen vermitteln.” So lernen Schüler beim Thema Getreide, welche Inhaltsstoffe im Vollkorn verbleiben und welche Sorten es gibt. Das praktische Tun, so zum Beispiel mit der Lernzettelkiste, verankert das Wissen nachhaltig und führt zu einem bewussteren Umgang mit Lebensmitteln.

Mehr unter:

www.naturschule-konstanz.de

http://www.konstanz.de/rathaus/medienportal/mitteilungen/03694/index.html

Text: Pressebüro Konstanz.

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